Detaillierte Projektbeschreibung
Orientierung spielt eine zentrale Rolle in gesellschaftlichen und politischen Debatten, wird jedoch selten im konkreten sozialen und räumlichen Kontext untersucht. Insbesondere das Orientierungshandeln ethnischer Minderheiten beim Ankommen in neuen Städten ist bislang kaum systematisch erforscht. Das Projekt untersucht daher sogenannte New Arrivals – senegalesische Staatsangehörige in Freiburg und deutsche Staatsangehörige in Saint-Louis – in ihrem frühen Ankommen in mittelgroßen Städten. Ziel ist es, ihr Orientierungshandeln in Beziehung zu sozial konstruierten Räumen zu analysieren.
Methodisch werden ethnografische Ansätze, qualitative Interviews sowie videografierte Go-Alongs kombiniert. Das sequenzierte Videomaterial wird anschließend gemeinsam mit den Teilnehmenden in Auswertungssitzungen reflektiert und plausibilisiert.
Auf dieser Grundlage entwickelt das Projekt ein empirisch fundiertes Konzept von Orientierung, das die gelebte Komplexität des Ankommens sowie Subjektivierungen berücksichtigt. Eine zentrale Frage ist, wie sich New Arrivals in Abhängigkeit von Geschlecht, Alter, Sozialisation, Ressourcen und medialen Kontexten orientieren. Daraus lassen sich Handlungsempfehlungen für Unterstützungsstrukturen für Minderheiten ableiten.
Die Analysen werden in enger Zusammenarbeit mit dem Mercator Fellow Dr. Abdourahmane Seck von der Université Gaston Berger vertieft. Der Austausch erfolgt abwechselnd an der Technische Universität Darmstadt und der Université Gaston Berger und trägt zum senegalisch-deutschen Wissenschaftstransfer bei.
Gefördert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) – Projektnummer 553210699
Projektförderung vom 1.02.2026 bis 31.01.2030
